02.04.19

Fehlwurffalle Gelber Sack und Gelbe Tonne: Mit diesen 10 Tipps gelingt die richtige Entsorgung

Ob amüsant oder abstoßend: Es gibt Dinge, die wirklich in keine Tonne gehören – und erst recht nicht in die Gelbe. Oft landen sie trotzdem drin. Das erleben die Mitarbeiter von Sortieranlagen Tag für Tag: Etliche No-Go’s finden sich dort auf dem Sortierband. Das waren die auffallendsten Funde – und so gehören sie wirklich entsorgt.

© Hündgen Entsorgung GmbH & Co. KG in Swisttal / Frank Arleth

1. Tote Katze

Richtig gelesen. Mitarbeiter einer Sortieranlage haben den Kadaver einer Katze im Verpackungsmüll gefunden. Fehlwurffaktor: unbeschreiblich.

So ist es richtig:
Auch wenn meist das Herz am Haustier hängt: Die Körper toter Tiere gelten als Sondermüll und werden entweder vom Tierarzt entsorgt oder bei Sammelstellen der Kommune bzw. Tierkörperbeseitigungsanstalten entgegengenommen. Sofern der eigene Garten nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet liegt oder in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen, dürfen sie auch dort begraben werden – allerdings nur in mindestens 80 Zentimetern Tiefe. Bei Zweifeln sollten Tierhalter bei der zuständigen Gemeinde nachfragen. Inzwischen gibt es auch viele Friedhöfe für Haustiere. Dort ist eine Bestattung natürlich erlaubt.

2. Planschbecken

Alles was man für eine gelungene Zeit zwischen Juni und August braucht, geht auch mal kaputt: Schwimmbrillen, Flossen, Planschbecken – sie sind schon zuhauf in der Sortieranlage gelandet. Und dort gehören sie nicht wirklich hin!

So ist es richtig:
Ab in den Restmüll mit den kaputten Sommer-Utensilien. Sie mögen zwar aus Kunststoff sein, aber das reicht nicht als Bedingung aus, um sie in der Gelben Tonne zu entsorgen. Es handelt sich schließlich nicht um Verpackungen – und allein darum geht es bei der Gelben Tonne und beim Gelben Sack. Planschbecken und Co. gehören in den Restmüll.

3. Video- und Audio-Kassettenbänder

Ganz ehrlich: Wer nutzt denn wirklich noch die alten Video-Recorder. Wer im Internet noch keinen Streamingdienst abonniert hat, der schaut Filme mindestens auf DVD oder Bluray und trennt sich beim nächsten Frühjahrsputz dann endlich von den VHS-Kassetten aus den 1990er-Jahren. Aber bitte nicht in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack damit!

So ist es richtig:
Wer sich daran erinnert, wie sehr der Bandsalat einer Kassette im Recorder genervt hat, der kann sich in etwa vorstellen, was die Mitarbeiter einer Sortieranlage jedes Mal aufs Neue durchmachen müssen, wenn sich die Kassettenbänder sich in der gesamten Anlage verfangen. Macht keinen Spaß. Deswegen: Ab in den Restmüll mit den Kassetten und am besten vorher nicht auseinandernehmen. Übrigens: Auch CDs gehören nicht in die Gelbe Tonne. Das Polycarbonat, aus dem sie bestehen, ist ein wertvoller Rohstoff. Für CDs bieten einige Kommunen deswegen extra Sammelstellen an, bei denen sie abgegeben werden können.

4. Spritzen

Spritzen an sich sind schon schlimm genug. Aber wenn noch Nadeln dran sind, hört der Spaß auf. Immer mehr solche medizinischen Abfälle landen in der Sortieranlage – darunter auch Einmalhandschuhe oder Infusionsschläuche. Die Theorie: Weil die häusliche Pflege zunimmt, landen diese speziellen Abfälle in der Gelben Tonne. Das ist ein absolutes No-Go: Neben der Infektionsgefahr besteht auch ein hohes Verletzungsrisiko für die Mitarbeiter einer Sortieranlage.

So ist es richtig:
Medizinische Abfälle wie Spritzen und Co. sollten vom zuständigen Pflegedienst wieder mitgenommen und fachgerecht entsorgt werden. Falls das mal nicht passieren sollte, gehören sie in die Restmüll-Tonne, aber auf gar keinen Fall zu den Wertstoffen, die recycelt werden sollen. Spritzen dürfen aber nicht einfach so über den Restmüll entsorgt worden: Aus Sicherheitsgründen sind alle häuslich genutzten Spritzen in stich- und bruchfesten Abfallbehältern, die auch Arztpraxen nutzen, zu sammeln. Das gilt ebenso für Einwegspritzen mit Schutzmechanismus, bei denen sich nach der Injektion eine Schutzhülle über die Nadel schiebt.

5. Windeln

Kleine Baby-Popos sind mit einer Windel gut und sicher verpackt, aber dennoch können die Windeln nicht als Verpackung angesehen werden. Ein häufig gemachter Fehler! So landen zahlreiche gut gefüllte Windelpakete in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack und finden ihren Weg auf das Band der Sortieranlage – sehr zum Unmut der Mitarbeiter.

So ist es richtig:
Auch wenn Windeln den Anschein erwecken sie bestünden aus Kunststoff, sind sie nicht recycelbar – schon gar nicht nach Benutzung und mit nassem Inhalt. Deshalb gilt auch hier: Die kleinen Stinkbomben gehören ausschließlich in die Restmülltonne.

6. Batterien

Bei ganz pedantischer Argumentation könnte man sagen, Batterien verpacken den in ihnen enthaltenen Energiespeicher. Aber eigentlich sollte jedem klar sein: Sie zählen nicht zu den recycelbaren Verpackungen und gehören weder in die Gelbe Tonne noch in anderen Hausmüll.

So ist es richtig:
Verständlich: Leere Batterien zu horten, ist lästig. Aber es lohnt sich. Nicht nur die Umwelt dankt, auch die von Giften verschonten Wertstoffe bleiben wertvoll. Einfach eine kleine Schachtel neben die Pfandflaschen stellen und beim nächsten Supermarktbesuch im grünen Sammelbehälter oder beim kommunalen Schadstoffmobil abgeben. In der Sortieranlage landen die Batterien am Ende bestenfalls im Altmetall – und verunreinigen den Wertstoff dort. Geraten die Batterien in einen Schredder, kann das auch in einer Katastrophe enden. Erst 2018 ist in einer Verwertungsanlage in Rostock ein Großbrand mit einem Millionenschaden ausgebrochen.

7. Anhängerkupplung

Mitsamt Unterbau ist eine Anhängerkupplung in der Sortieranlage gelandet. Genauso werden regelmäßig auch andere kleine Bauteile von Autos oder Fahrrädern – etwa Rückleuchten, Pedalen und Co. – im Gelben Sack entsorgt. Hier haben sie allerdings nichts zu suchen.

So ist es richtig:
Wenn überhaupt, dann gehören die Bauteile von Autos und Fahrrädern in den Restmüll. Deutlich sinnvoller ist es allerdings, solche Dinge beim nächsten Werkstattbesuch mitzunehmen und dort fachgerecht entsorgen zu lassen. Denn dann können auch diese Wertstoffe recycelt werden.

8. Zeltplanen

Ganze Zelte oder Abdeckplanen aus Gewebestoff, am besten noch mit Ösen: keine Seltenheit in einer Sortieranlage. Ganz klar daneben geworfen.

So ist es richtig:
Auch hier gilt: ab damit in den Restmüll. Abdeckplanen sind schließlich keine Verpackungen. Schlimmer aber: Für die Sortieranlage sind sie viel zu groß, sodass sie sich in den Maschinen verhaken können.

9. Lebensmittel und Essenreste

Natürlich haften selbst dann noch einige Reste am Rand des Joghurtbechers, wenn der ausgekratzt worden ist. Kein Problem für die Sortieranlage und für das Recycling. Unappetitlich wird es allerdings bei so allerlei Vergangenem: der aufgedunsene Sahnebecher, das eingeschweißte, inzwischen grüne Schnitzel oder das vergessene, in Folie gewickelte Butterbrot. Auch nicht schön: der nur halb verspeiste Döner. Alles keine Seltenheit in einer Sortieranlage.

So ist es richtig:
Angesichts der hohen Lebensmittelverschwendung wäre es schön, wenn es gar nicht erst dazu käme, dass Essen in den Kühlschränken hierzulande vergessen würde. Aber wenn es dann doch vorkommt und die Lebensmittel wirklich abgelaufen und ungenießbar sind, dann am besten die Verpackung entfernen und die Lebensmittel in den Bio-Müll und die Verpackungen in die Gelbe Tonne werfen. Falls selbst das Auspacken zu unangenehm ist: Dann, aber auch nur dann, wandert die Packung samt Inhalt in den Restmüll. Und klar, wo es keine Biotonne gibt, gehören verdorbene Lebensmittel und Essensreste direkt in den Restmüll. Wer unsicher in Sachen Biomüll ist – das Bundesumweltministerium klärt darüber auf.

10. Gelbe Tonne

Mit einer Gelben Tonne auf dem Sortierband der Recyclinganlage bekommt Mülltrennung eine interessante Meta-Ebene. Gut für die Sortieranlage war die Tonne natürlich nicht, denn schließlich ist auch sie viel zu groß, um durch die Maschinen zu passen – selbst, wenn sie bereits in einzelne Teile zerbrochen ist. Weggeworfen hat sie allerdings kein Verbraucher. Ein Defekt am Kippmechanismus eines Müllwagens hatte sie ins Wageninnere fallen lassen. Und weil die Presse im Wagen ihre Arbeit immer unverzüglich leistet, gab es auch nichts mehr zu retten. Die Tonne wurde dem Besitzer natürlich ersetzt.

Wir halten fest:

Selbst wenn manch ein Fehlwurf amüsant erscheinen mag, bedeutet jeder falsch entsorgte Müll für die Mitarbeiter in der Sortieranlage und für die Sortierung einen deutlich höheren und unnötigen Aufwand. Das heißt auch: Das Recycling von Verpackungen wird schwieriger und manchmal ganz unmöglich. Was auch immer die Gründe für die Fehlwürfe sein mögen – ob Unwissen, Bequemlichkeit oder Gedankenlosigkeit: Die Natur dankt es uns, wenn wir beim Mülltrennen kurz mal unseren Kopf einschalten.